Flüssigboden für Dükerbau in Bad Hersfeld

Flüssigboden für Dükerbauwerke: dichte Baugruben, sichere Abdichtung und stabile Umsetzung unter Hochwasser- und Grundwasserbedingungen in Bad Hersfeld.

Flüssigboden Engineering

Sichere Baugruben im Hochwasserbereich unter extremen hydrogeologischen Bedingungen

Im Projekt Bad Hersfeld wurde im Zuge der Umverlegung einer Gashochdruckleitung ein Dükerbauwerk unter der Fulda realisiert. Die Herstellung der erforderlichen Anschlussbaugruben erfolgte unter extremen hydrogeologischen und wasserrechtlichen Randbedingungen – mit Grundwasserständen bis Geländeoberkante, Lage im Überschwemmungsgebiet und zusätzlichen Anforderungen durch ein Heilquellenschutzgebiet. Ziel war es, eine dauerhaft dichte, standsichere und zugleich genehmigungsfähige Bauweise ohne aufwendige Wasserhaltungsmaßnahmen umzusetzen.

Durch den Einsatz des Flüssigbodenverfahrens konnten die Baugruben als geschlossene, monolithische Systeme aus Wand- und Plattenelementen ausgebildet werden. Der Flüssigboden übernimmt dabei gleichzeitig die Funktion von Verbau, Abdichtung und Lastabtragung und ersetzt klassische Kombinationen aus Bohrpfahlwänden, Unterwasserbetonsohlen und permanenter Wasserhaltung.

Ein entscheidender Vorteil zeigte sich insbesondere in der Bauausführung: Durch die kontrollierte Flutung und anschließende Verfüllung mit Flüssigboden konnten potenzielle Undichtigkeiten gezielt beherrscht werden. Gleichzeitig ermöglicht die Bauweise eine hohe Flexibilität bei Abweichungen im Rohrvortrieb, wodurch Risiken, Bauzeit und Kosten deutlich reduziert werden. So entstand eine technisch robuste und wirtschaftlich optimierte Lösung für Baugruben im hochsensiblen Gewässer- und Hochwasserbereich.

Herausforderungen

  • Baugruben bis ca. 7,8 m Tiefe im Grundwasser
  • Grundwasserstände bis Geländeoberkante
  • Lage im Überschwemmungsgebiet (HQ10, HQ100, HQextrem)
  • Nähe zur Fulda und hydrogeologisch sensibles Umfeld
  • Anforderungen durch Heilquellenschutzgebiet
  • Beherrschung aller Bauzustände inkl. Hochwasser
  • Vermeidung komplexer Wasserhaltungsmaßnahmen

Die Lösung

  • Einsatz von Flüssigboden für Baugrubenwände und -platten
  • Ausbildung eines geschlossenen, wasserdichten Baugrubensystems
  • Verzicht auf Wasserhaltung und Unterwasserbeton
  • Nutzung des Flüssigbodens als tragender und dichtender Block
  • Kontrollierte Flutung und Kontraktor-Verfüllung zur Abdichtung
  • Rückbaubare Bauweise ohne verbleibende Bauteile

Fachplanerische Lösung

  • 3D-FEM-Berechnungen (PLAXIS) für alle Bauzustände
  • Nachweise für Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit
  • Hydrogeologische Modellierung der Grundwasserverhältnisse
  • Bewertung von Hochwasser- und Überflutungsszenarien
  • Nachweis minimaler Auswirkungen auf Grundwasserstände
  • Integration wasserrechtlicher Anforderungen in die Planung

FiFB-Lösungen

  • Definition projektspezifischer Materialparameter (E-Modul, c/φ)
  • Entwicklung und Sicherstellung der Rezepturparameter
  • Kontrolle der mechanischen Eigenschaften zur Gewölbewirkung
  • Qualitätssicherung durch Prüfungen und Dokumentation
  • Verbindliche Rezepturspezifikation mit Zielwerten
  • Baubegleitende Überwachung und Freigabeprozesse

Flüssigboden-Anwendung

  • Baugruben im Grundwasser und Hochwasserbereich
  • Düker- und Rohrleitungsquerungen
  • Projekte in Schutzgebieten und sensiblen Umweltzonen
  • Infrastrukturprojekte mit hohen Anforderungen an Abdichtung
  • Ersatz von Bohrpfahlwänden und Unterwasserbeton
Consent Management Platform von Real Cookie Banner