Riedstadt-Leeheim – Wasserdichte Schachtbaugruben

Drei wasserdichte Schachtbaugruben wurden mit RSS-Geopontons hergestellt – ohne Grundwasserabsenkung und mit erschütterungsarmem Einbau neben sensibler, teils denkmalgeschützter Bebauung.

Flüssigboden Engineering

Trockene Schachtbaugruben im Grundwasser ohne Wasserhaltung

Im Zuge der Sanierung der Straßen- und Entwässerungsanlagen in Riedstadt-Leeheim mussten in der Feldstraße drei Schachtbaugruben hergestellt werden. Der hohe Grundwasserstand, setzungsempfindliche Bodenschichten und die unmittelbar angrenzende, teilweise denkmalgeschützte Bebauung stellten besondere Anforderungen an die Baugrubensicherung. Konventionelle Verfahren hätten einen wasserdichten Verbau sowie eine aufwendige Grundwasserhaltung erfordert.

Stattdessen wurden die Baugruben als RSS-Geopontons ausgeführt. Dabei wird zunächst ein wasserdichter Flüssigbodenblock hergestellt, in dem nach der Rückverfestigung die eigentliche Baugrube ausgehoben wird. So entstehen trockene Baugruben mit standfesten, senkrechten Wänden – ohne zusätzliche Wasserhaltung und ohne dauerhaften Verbau.

Herausforderungen

  • Hoher Grundwasserstand im Bereich der Baugrubensohle
  • Setzungs- und erschütterungsempfindlicher Baugrund
  • Unmittelbar angrenzende, teilweise denkmalgeschützte Bebauung
  • Beengter Straßenraum ohne Platz für Böschungen oder aufwendige Verbausysteme

Die Lösung

  • Herstellung wasserdichter Flüssigbodenblöcke als RSS-Geopontons
  • Abschnittsweiser Einbau im Absenk- und Kontraktorverfahren
  • Zweitaushub nach Rückverfestigung für trockene Baugruben mit standfesten Wänden
  • Verbindung von Baugrubensicherung, Abdichtung und Schachtbettung in einem Bauwerk

Fachplanerische Lösung

  • Dreidimensionale FEM-Berechnungen mit PLAXIS 3D
  • Statische Nachweise der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit
  • Berücksichtigung sämtlicher Bauzustände und angrenzender Verkehrslasten
  • Planung der Bauabschnitte, Verbautechnik und Freigabeprozesse

FiFB-Lösungen

  • Entwicklung einer projektspezifischen Flüssigbodenrezeptur aus örtlichem Aushub
  • Einstellung von Wasserdurchlässigkeit, Steifigkeit und Scherfestigkeit
  • Laborprüfungen und Penetrationsmessungen zur Kontrolle der Rückverfestigung
  • Eigen- und Fremdüberwachung mit Freigabe der Baugruben zum Zweitaushub

Die statische Nachweisführung, Rezepturentwicklung und Qualitätssicherung sind in der Projektdokumentation beschrieben.

Flüssigboden-Anwendung

  • Wasserdichte Schacht- und Bauwerksbaugruben im Grundwasser
  • Baugrubensicherung neben sensibler oder denkmalgeschützter Bebauung
  • Baugruben in beengten innerstädtischen Bereichen
  • Herstellung fugenfreier Übergänge zwischen Rohrgraben und Schachtbauwerk