Riedstadt-Leeheim – Lastverteilende Flüssigbodenplatte

Eine lastverteilende Flüssigbodenplatte schützt Kanalrohre vor Verkehrslasten, reduziert Differenzsetzungen und ersetzt den konventionellen Bodenaustausch durch ein statisch nachgewiesenes Bodenbauwerk.

Flüssigboden Engineering

Flächige Lastverteilung für dauerhaft stabile Straßen und geschützte Kanalrohre

Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt Riedstadt-Leeheim wurden die Straßen- und Entwässerungsanlagen erneuert. Der wechselnd tragfähige Baugrund und die unterschiedlichen Steifigkeiten zwischen verfüllten Rohrgräben und gewachsenem Boden stellten besondere Anforderungen an die Straßenstabilität. Zusätzlich mussten die darunterliegenden Kanalrohre teilweise bei einer Überdeckung von lediglich 12 cm vor Verkehrslasten geschützt werden.

Als Alternative zum konventionellen Bodenaustausch wurde eine lastverteilende Flüssigbodenplatte entwickelt. Der flache RSS-Geoponton verteilt die Verkehrslasten gleichmäßig in den Untergrund, überbrückt Bereiche unterschiedlicher Tragfähigkeit und reduziert schädliche Differenzsetzungen. Die Lösung wurde in den Seitenstraßen der Ortsdurchfahrt umgesetzt; in der Ortsdurchfahrt selbst erfolgte auf Vorgabe des Straßenbaulastträgers ein konventioneller Bodenaustausch.

Herausforderungen

  • Wechselnd tragfähiger, teilweise setzungsempfindlicher Baugrund
  • Unterschiedliche Steifigkeiten zwischen Rohrgraben, Schächten und gewachsenem Boden
  • Sehr geringe Rohrüberdeckung von teilweise nur 12 cm
  • Hohe Verkehrsbelastung mit Anforderungen an dauerhafte Setzungsstabilität

Die Lösung

  • Flacher RSS-Geoponton als lastverteilende Flüssigbodenplatte
  • Gleichmäßige Lastabtragung und Überbrückung unterschiedlich tragfähiger Bereiche
  • Schutz der Kanalrohre vor punktuellen Verkehrslasten und Verformungen
  • Herstellung aus örtlichem Aushub ohne flächigen Bodenaustausch

Fachplanerische Lösung

  • FEM-gestützte Nachweisführung mit PLAXIS 2D an fünf Regelquerschnitten
  • Untersuchung unterschiedlicher Plattenstärken zwischen 15 und 30 cm
  • Statische Nachweise von Rohrbeanspruchungen, Verformungen und Differenzsetzungen unter Verkehrslast SLW 60
  • Wirtschaftlichkeitsvergleich mit konventionellem Bodenaustausch und Ableitung übertragbarer Bemessungsgrundlagen

FiFB-Lösungen

  • Entwicklung einer projektspezifischen Flüssigbodenrezeptur aus örtlichem Aushub
  • Gezielte Einstellung von Kohäsion, Steifigkeit und Tragfähigkeit
  • Abstimmung der Fließfähigkeit und Volumenstabilität auf den flächigen Einbau
  • Eigen- und Fremdüberwachung mit bauteilbezogener Freigabe vor Belastung

Die technische Auslegung, die Materialentwicklung und die Nachweisführung sind in der Projektdokumentation beschrieben.

Flüssigboden-Anwendung

  • Straßenbau auf ungleichmäßig tragfähigem oder setzungsempfindlichem Untergrund
  • Stabilisierung von Rohrgräben zur Vermeidung von Differenzsetzungen
  • Schutz von Kanalrohren bei geringer Überdeckung
  • Ersatz konventioneller Bodenaustauschmaßnahmen durch lastverteilende Flüssigbodenbauwerke