Rüsselsheim – Leitungssicherung unter neuer Autobahnauffahrt
Eine bestehende Gashochdruckleitung DN 500 wurde unter einer neuen Autobahnauffahrt gegen Setzungen und dynamische Verkehrslasten gesichert – ohne Umverlegung und bei laufendem Betrieb.
Flüssigboden Engineering
Leitungsschutz gegen Setzungen und Schwingungen unter neuer Verkehrsbelastung
Am Autobahndreieck Rüsselsheim wurde eine neue Auffahrt über einer bestehenden Gashochdruckleitung DN 500 mit einem Betriebsdruck von 64 bar errichtet. Durch die zusätzliche Dammlast sowie Verdichtung und späteren Schwerlastverkehr war die in Betrieb befindliche Leitung sowohl statischen als auch dynamischen Einwirkungen ausgesetzt. Bereits geringe Setzungen hätten zu unzulässigen Spannungen im Rohr führen können.
Statt die Leitung kosten- und zeitintensiv umzuverlegen, wurde sie vor Ort durch ein abgestimmtes Flüssigbodenbauwerk gesichert. Zwei tiefgründende RSS-Wände, ein Gewölbeblock und eine lastverteilende Platte führen die Auflast an der Leitung vorbei und reduzieren gleichzeitig die Übertragung von Schwingungen aus Verdichtung und Verkehr.























Herausforderungen
- Neue Autobahnauffahrt über einer in Betrieb befindlichen Gashochdruckleitung DN 500
- Setzungsempfindlicher Baugrund und sehr geringe zulässige Leitungsverformungen
- Dynamische Einwirkungen durch Verdichtung und Schwerlastverkehr
- Tiefgründung im Grundwasser bei laufendem Leitungsbetrieb
Die Lösung
- Sicherung der Bestandsleitung vor Ort statt kostenintensiver Umverlegung
- Zwei RSS-Wände bis 7 m Tiefe zur Ableitung der Dammlasten
- Gewölbeblock zur gleichmäßigen Lastverteilung um die Leitung
- Lastverteilende Flüssigbodenplatte zur Schwingungsdämpfung
Fachplanerische Lösung
- Dreidimensionale FEM-Berechnung von Baugrund, Damm, Leitung und Sicherungsbauwerk
- Statische Nachweise der Setzungen und Rohrbeanspruchungen
- Dynamischer Nachweis der Schwingungsentkopplung bis max. 30 mm/s
- Ableitung der erforderlichen Materialparameter für die einzelnen Bauteile
FiFB-Lösungen
- Entwicklung zweier projektspezifischer Flüssigbodenrezepturen
- Resonant-Column-Versuche zur Bestimmung von Schubmodul und Dämpfung
- Zyklische Triaxialversuche zur Abbildung der Verkehrsbelastungen
- Übernahme der gemessenen Materialkennwerte in das FEM-Modell
Flüssigboden-Anwendung
- Sicherung bestehender Gashochdruckleitungen unter neuen Auflasten
- Tiefgründung zur Lastableitung neben der Bestandsleitung
- Schwingungsentkopplung gegenüber Verkehrs- und Bauerschütterungen
- Tiefgründung im Grundwasser ohne Wasserhaltung
