SuedLink Verden – Allerquerung im Mikrotunnel
Zwei über einen Kilometer lange Mikrotunnel DN 2000 wurden für die SuedLink-Allerquerung hohlraumfrei mit thermisch stabilisierendem Flüssigboden verfüllt und die Kabelschutzrohre dauerhaft thermisch angebunden.
Flüssigboden Engineering
Thermisch stabilisierende Hohlraumverfüllung für Höchstspannungs-Erdkabel
Im Zuge des Höchstspannungs-Erdkabelprojekts SuedLink quert die Kabelschutzrohranlage bei Verden die Aller in zwei parallelen Mikrotunneln DN 2000 mit jeweils mehr als einem Kilometer Vortriebslänge. Nach Einbau der Kabelschutzrohre musste der verbleibende Tunnelquerschnitt vollständig und dauerhaft hohlraumfrei verfüllt werden.
Entscheidend war dabei nicht nur die vollständige Verfüllung des unzugänglichen Hohlraums, sondern insbesondere die sichere Wärmeabfuhr der späteren Kabelverlustwärme. Dafür wurden zwei Konsistenzen thermisch stabilisierenden Flüssigbodens aus einer gemeinsamen Rezepturfamilie entwickelt und mit einem umfassenden Prüf- und Qualitätssicherungskonzept begleitet.




















Herausforderungen
- Hohlraumfreie Verfüllung zweier über 1 km langer Mikrotunnel DN 2000 ohne nachträgliche Zugänglichkeit
- Sichere Ausfüllung enger Zwickel zwischen Kabelschutz-, Kühl- und LWL-Rohren sowie Traggerüst
- Dauerhaft zuverlässige Wärmeübertragung ohne isolierende Luft- oder Ringspalte
- Einhaltung und chargenbezogener Nachweis der umfangreichen Materialanforderungen des Netzbetreibers
Die Lösung
- Fließfähiger, selbstverdichtender Flüssigboden zur vollständigen Hohlraumverfüllung der Mikrotunnel
- Plastischer Flüssigboden für Querriegel und Lagesicherung der ausgefädelten Kabelschutzrohre
- Zwei abgestimmte Konsistenzen aus einer gemeinsamen Rezepturfamilie und einem Grundmaterial
- Hohlraumfreie 360°-Bettung mit thermischer Anbindung, Auftriebssicherung und mechanischem Schutz in einem Baustoffsystem
Fachplanerische Lösung
- Übertragung der technischen Anforderungen des Netzbetreibers in eine projektspezifische Rezepturspezifikation
- Festlegung und Nachweis der thermischen, mechanischen und materialtechnischen Zielparameter
- Baustellenspezifischer Qualitätssicherungsplan mit definierten Prüfintervallen und Freigabeprozessen
- Durchgängige chargenbezogene Rückverfolgbarkeit von Ausgangsstoffen, Herstellung und Einbau bis zu den Laborergebnissen
FiFB-Lösungen
- Entwicklung und Freigabe der projektspezifischen Rezepturen für fließfähige und plastische Konsistenz
- Eignungsprüfung von Wärmeleitfähigkeit, Festigkeit, Volumenstabilität, Wasserdurchlässigkeit und Ringspaltfreiheit
- Begleitende Eigenüberwachung mit Probenahmen direkt an der Einbaustelle und chargenbezogenen Rezepturnachweisen
- Langzeitprüfungen der Materialeigenschaften mit Prüfzyklen bis zu 1.825 Tagen
Flüssigboden-Anwendung
- Hohlraumverfüllung von Mikrotunneln und Rohrvortrieben mit Kabelschutzrohranlagen
- Thermisch stabilisierende Bettung von Höchstspannungs-Erdkabeln
- Übergangs- und Ausfädelbereiche zwischen geschlossener und offener Bauweise
- Verfüllung unzugänglicher Hohlräume mit hohen Anforderungen an Wärmeübertragung und Qualitätssicherung
