Ensdorf VSE 110kV Trasse

Thermisch stabiler Flüssigboden für 110-kV-Kabel: optimale Wärmeableitung, sichere Rohrbettung und vollständige Wiederverwertung des Aushubs in Ensdorf.

Flüssigboden Engineering

Hochspannungstrassen sicher verlegen – thermisch, geotechnisch und nachhaltig optimiert

Im Zuge des Netzausbaus im Bereich des Umspannwerks Ensdorf wurde eine neue 110-kV-Kabeltrasse unter Einsatz eines thermisch stabilisierenden Flüssigbodenverfahrens realisiert. Ziel war es, eine dauerhaft leistungsfähige, setzungsarme und thermisch optimierte Bettung für die Kabelschutzrohrsysteme zu schaffen. Gleichzeitig sollte der vorhandene Boden vollständig wiederverwendet und konventionelle Bauweisen mit Bodenaustausch und Sandbettung vermieden werden.

Durch die gezielte materialtechnische Aufbereitung des Aushubs entstand ein homogener, fließfähiger Baustoff, der die Kabelsysteme vollständig umschließt. Diese 360°-Einbettung sorgt für eine gleichmäßige Lastverteilung und verhindert die Bildung von Hohlräumen oder Ringspalten. Gleichzeitig wird der Wärmeübergangswiderstand minimiert, wodurch die Verlustwärme der Kabel effizient abgeführt werden kann.

Gerade bei Hochspannungstrassen ist die thermische Leistungsfähigkeit des Bettungsmaterials entscheidend für die Betriebssicherheit. Flüssigboden ermöglicht hier eine dauerhaft stabile Wärmeleitfähigkeit bei gleichzeitig kontrollierbaren mechanischen Eigenschaften. In Kombination mit der setzungsarmen Einbauweise und der Vermeidung von Verdichtungsarbeiten entsteht eine technisch zuverlässige und wirtschaftlich optimierte Lösung für moderne Energieinfrastrukturprojekte.

Herausforderungen

  • Heterogene und teilweise bindige Böden
  • Eingeschränkte Verdichtbarkeit des Aushubmaterials
  • Anforderungen an Rohrstatik und Lastverteilung
  • Sicherstellung der Auftriebssicherheit während des Einbaus
  • Begrenzung von Rohrverformungen unter Verkehrslasten
  • Hohe Anforderungen an die thermische Leistungsfähigkeit
  • Vermeidung von Bodenaustausch und Entsorgung

Die Lösung

  • Einsatz von thermisch stabilisierendem Flüssigboden über die gesamte Trasse
  • Wiederverwendung des anstehenden Bodens als Baustoff
  • Vollständige Umschließung der Kabelschutzrohre (360°)
  • Hohlraumfreie und setzungsarme Einbettung
  • Kombination von Bettung, Verfüllung und thermischer Stabilisierung
  • Verzicht auf Sandbettung und Verdichtungsarbeiten

Fachplanerische Lösung

  • Rohrstatiknachweise nach ATV-DVWK-A 127
  • Nachweise zur Auftriebssicherheit und Verformung
  • Setzungs- und Standsicherheitsanalysen
  • Definition materialtechnischer Zielparameter
  • Integration geotechnischer und thermischer Anforderungen
  • Planung eines homogenen Lastverteilungssystems

FiFB-Lösungen

  • Entwicklung projektspezifischer Flüssigbodenrezepturen
  • Einstellung definierter mechanischer und thermischer Parameter
  • Sicherstellung ausreichender Wärmeleitfähigkeit (> 1,5 W/mK)
  • Kontrolle des Ausbreitmaßes und der Festigkeitsentwicklung
  • Qualitätssicherung durch baubegleitende Prüfungen
  • Optimierung der Materialeigenschaften für Kabeltrassen

Flüssigboden-Anwendung

  • Hochspannungs- und Energietrassen
  • Kabelgräben mit thermischen Anforderungen
  • Leitungsbau bei heterogenen Böden
  • Projekte mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft
  • Ersatz klassischer Sand- und Kiesbettungen
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