Freiburg Dreisamquerung 2
Geoponton Gewässerquerung
Im Projekt „Dreisam-Querung“ war eine Fernwärmeleitung (VL/RL) sowie eine Trinkwasserleitung als Düker im Bereich der Dreisam und durch bestehende Deiche herzustellen – unter Randbedingungen, die klassische Verfahren (z. B. Mikrotunneling oder massive, wasserbaulich wirksame Bauweisen) nur eingeschränkt zulassen:
Weitere Details folgen im Anschluss.
Besondere Herausforderungen:
- Hydraulische Randbedingungen / Gewässerbetrieb: Die Arbeiten sollten ohne Wasserhaltung und ohne Beeinträchtigung des Abflusses erfolgen; zudem durfte das Bauwerk keinen Stauer im Fluss erzeugen.
- Hochwasserschutz: Im Ereignisfall muss es möglich sein, Eingriffe in die Deiche innerhalb von 3 h zu schließen.
- Deich-/Betriebszustand: Die Standsicherheit des Deiches muss auch im Betrieb unter dauernden Dehnungen der Fernwärmeleitung gewährleistet bleiben.
- Logistik / Bauausführung: Deiche waren aufgrund mangelnder Tragfähigkeit nicht überfahrbar – es mussten alternative Zufahrts- und Prozesslösungen etabliert werden.
Die Lösung:
Zur Erfüllung der technischen, wasserwirtschaftlichen und rechtlichen Anforderungen wurde eine Flüssigbodenbauweise mit RSS-Geoponton als integriertes Bauwerk umgesetzt. Kernelement ist ein monolithischer, später definiert rückverfestigender Flüssigbodenblock (Geoponton) im Fluss- und Dammbereich, kombiniert mit der Bettung der Kunststoffmantelrohre (FW) und der Trinkwasserleitung – einschließlich einer Zweitverfüllung „Flüssigboden aus wiederausgehobenem Flüssigboden“.
Wesentliche Punkte der Lösung:
- Durchgehender Geoponton in einem Stück über den Arbeitsbereich hinaus (Kontinuität/Abdichtung/Lastumlagerung) – die Darstellung fokussiert zwar den Abschnitt zwischen Schweißgruben, der Ponton wird jedoch „von Beginn bis zum Ende“ in einem Stück hergestellt.
- Arbeiten im/unter Wasser durch Einbau im Kontraktorverfahren (Keilverfüllung) – damit keine klassisch wasserbaulich massiven Bauhilfsmaßnahmen erforderlich.
- Bauablauf mit kontrollierter Freigabe: Nach Herstellung des Geopontons ist die Rückverfestigung abzuwarten; die Freigabe für Zweitaushub ist typischerweise nach 4–7 Tagen (witterungsabhängig) möglich und wird fachplanerisch dokumentiert (auch digital).
- Aushub/Leitungspositionierung/Verfüllung als Prozesskette: Vormontierte Leitungen werden positioniert und in das Geoponton abgesenkt; anschließend erfolgt die Verfüllung im Kontraktorverfahren bis OK Geoponton.
- Deichwiederherstellung und Minimierung von Auswaschungen: Beim Zweitaushub wird ein Fangedamm umgesetzt, um Auswaschungen minimal zu halten; nach Abschluss der Verfüllung wird der Deich wiederhergestellt.
Fachplanerische Lösungen:
- Hydrogeologische Modellierung zum Nachweis eines vernachlässigbaren Grundwasseranstiegs.
- FE-basierte statische Dimensionierung des Geopontons.
- Entwicklung standortspezifischer RSS-Flüssigbodenrezepturen:
- Primärflüssigboden für den Geoponton,
- Sekundärflüssigboden für die Rohrbettung.
- Definition und Sicherstellung von Langzeiteigenschaften:
- Tragfähigkeit,
- Verformungsverhalten,
- Umweltverträglichkeit.
- Enge Abstimmung mit Genehmigungsbehörden und Fachplanern.
Die FiFB-Leistungen wurden über eine Rezepturspezifikation und Zielwerte abgesichert – explizit für (1) Geoponton (Erstverfüllung) und (2) Flüssigboden aus Flüssigbodenaushub (Zweitverfüllung).
Anwendungs- und Zielrahmen (Auszug):
- Zweck: Wiederverwendung des örtlichen Aushubs als Baustoff ohne nachteiligen Eingriff in Hydrogeologie und Ökosystem.
- Anwendung: Geoponton + Bettung von Kunststoffmantelrohren (FW) und TWL, sowohl im Fluss als auch im Dammbereich; Flüssigboden zudem als hydraulisch abdichtendes Deichmaterial.
Ausgangsmaterial/Normatives: Größtkorn nach Gutachten bis 200 mm, Separator ca. 35 mm; als Ziel für Bindemittelanteile < 3 % (BCE/CaO) wünschenswert.
FB-Anwendungsbereiche:
Das Projekt „Freiburg – Dreisam-Querung“ belegt die Eignung der RSS-Flüssigbodenbauweise insbesondere für:
- Dükerungen/Querungen in Gewässern mit Anforderungen „kein Stau“, ohne Wasserhaltung, und hoher ökologischer Sensitivität.
- Deich-/Damm- und Flussvorlandbereiche mit Hochwasserauflagen (schnelles Schließen von Eingriffen, minim invasive Bauweise).
- Trassenbau Fernwärme + Trinkwasser mit definierter Bettung/Lastverteilung, kontrollierter Rückverfestigung und nachweisbarer Umweltrechtskonformität.
Bildergalerie
Alle relevanten Bilder zu diesem Projekt finden Sie hier.






















