Nagold – Schwimmende Verlegung eines Kanals DN 900 im Grundwasser

GFK-Schmutzwassersammler
DN 900
Grundwasser über Rohrscheitel
60 cm
gefördertes Grundwasser
0 m³
Bereich
Kanalbau
Ort
Nagold
Fügen eines GFK-Kanalrohrs unter Wasser im Boxenverbau

Projekt

Ein GFK-Schmutzwassersammler DN 900 wurde im Grundwasser unter Wasser gefügt, ausgerichtet und im Kontraktorverfahren mit Flüssigboden aus dem örtlichen Boden umschlossen – ohne Wasserhaltung und ohne Spundwand.

Nagold – Kanalbau im Grundwasser ohne Wasserhaltung

Im Neubaugebiet Hasenbrunnen in der Talaue der Waldach musste ein Schmutzwassersammler DN 900 im Grundwasser verlegt werden – bis rund 60 cm über dem Rohrscheitel. Unter Auelehm folgen Kiese, die mit der Tiefe in steinige und blockige Geröllablagerungen übergehen. Jede Grundwasserabsenkung hätte hier Suffosion und hydraulischen Grundbruch provoziert; konventionell wären wasserdicht in den Fels einbindende Spundwände, Kernbohrungen und eine Wasserhaltung nötig gewesen.

Im Nebenangebot wurde der Sammler schwimmend verlegt: Die Rohre wurden in der gefluteten Verbaubox eingehoben, unter Wasser gefügt und im Gefälle ausgerichtet, in RSS-Rohrverlegehilfen gehalten und im Kontraktorverfahren mit Flüssigboden aus dem örtlichen Boden umschlossen. Weil der Wasserspiegel im Graben dem Grundwasser entspricht, entsteht kein Strömungsgefälle zur Sohle. Gearbeitet wurde getaktet mit kurzen offenen Grabenabschnitten; im Bauwerk bleibt kein Hilfsbauteil.

Projektverlauf

Lageplan Neubaugebiet Nagold mit Kanaltrassen
Lageplan der Erschließung mit Kanal- und Leitungstrassen im Neubaugebiet

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Herausforderungen

  • Grundwasser bis rund 60 cm über dem Rohrscheitel
  • Steiniger, blockiger Untergrund unter Auelehm
  • Risiko von Suffosion und Grundbruch bei Grundwasserabsenkung
  • Nasser, steiniger und tonhaltiger Ausgangsboden
  • Einbaukolonne ohne Vorerfahrung mit Flüssigboden
Animation des getakteten Ablaufs der schwimmenden Verlegung
Getakteter Ablauf: Aushub, Rohr einheben, ausrichten, verfüllen, Verbau umsetzen

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Die Lösung

  • Schwimmende Verlegung im gefluteten Boxenverbau ohne Wasserhaltung
  • Fügen und Ausrichten der GFK-Rohre unter Wasser
  • Lagesicherung in RSS-Rohrverlegehilfen mit Keilpaaren
  • Verfüllung im Kontraktorverfahren – Flüssigboden verdrängt das Wasser
  • Getakteter Ablauf mit kurzem offenem Graben
Verbaubox mit anstehendem Grundwasser ohne Wasserhaltung
Erste Verbaubox im Grundwasser – das Grundwasser steht in der Box an, keine Wasserhaltung

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Fachplanerische Lösung

  • Getaktete Technologie für den Rohreinbau unter Wasser im Nebenangebot
  • Hilfsmittel: Rollenschlitten, Messmittel, Anbaugerät, Keile und Schotte
  • Auftriebsnachweise und Abstand der RSS-Rohrverlegehilfen
  • Statische Nachweise für ergänzende Leitungen DN 300
  • Baubegleitung mit Coaching der Einbaukolonne
GFK-Rohr DN 900 wird schräg in den gefluteten Graben gehoben
Einheben des GFK-Rohres DN 900 in Schräglage in den gefluteten Graben

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FiFB-Lösungen

  • Rezeptur aus einer Mischprobe des örtlichen Bodens
  • Fließfähig mit Ausbreitmaß 55 ± 2 cm für den Einbau unter Wasser
  • Eigenfeuchtegesteuerte Dosierung über eine Eingabetabelle
  • Zielwerte: qu 0,08–0,15 N/mm², EV2 > 45 MN/m², kf < 1·10⁻⁸ m/s
  • Qualitätssicherung über Ausbreitmaß, Feuchte, Festigkeit und Tragfähigkeit
Flüssigboden verdrängt das Grundwasser im Kanalgraben
Verfüllkeil aus Flüssigboden unter Wasser – der Flüssigboden verdrängt das Grundwasser

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Flüssigboden-Anwendung

  • Kanal- und Leitungsbau unterhalb des Grundwasserspiegels
  • Baugrund mit Suffosions- und Grundbruchgefahr in Talauen
  • Erschließungsgebiete mit kurzen offenen Grabenabschnitten
  • Große Rohrquerschnitte, die unter Wasser gefügt werden
  • Nebenangebote statt dichtem Verbau und Wasserhaltung

Kontakt

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