Offenburg Fernwärme Berliner Straße

Bereich
Fernwärme
Arbeiten getaktet mit Flüssigbodenbauweise innerstädtisch

Projekt

Flüssigboden für Fernwärmetrassen: schmale Gräben, kontrollierte Rohrkräfte und nachhaltige Nutzung kontaminierter Böden im innerstädtischen Ausbau.

Innerstädtische Fernwärmetrassen mit Flüssigboden

Im innerstädtischen Bereich der Berliner Straße in Offenburg wurde das Flüssigbodenverfahren gezielt für den Neubau einer Fernwärmetrasse eingesetzt. Ziel war es, unter beengten Platzverhältnissen und komplexen Randbedingungen eine dauerhaft stabile, setzungsarme und zugleich anwohnerverträgliche Bauweise zu realisieren. Durch die Entwicklung standortspezifischer Flüssigbodenrezepturen konnten die Anforderungen an Tragfähigkeit, Rohr-Boden-Interaktion und eine mit den Behörden abgestimmte Materialverwertung optimal miteinander kombiniert werden.

Gerade bei Fernwärmetrassen mit KMR-Systemen spielt die kontrollierte Aufnahme von Längs- und Querkräften eine zentrale Rolle für die Betriebssicherheit. Flüssigboden ermöglicht hier eine definierte und dauerhaft wirksame Reibungs- und Schubspannungsausbildung entlang der Rohrleitung. Gleichzeitig erlaubt die homogene Einbettung eine Reduzierung von Zwangsspannungen sowie eine flexible Anpassung an geometrische Randbedingungen im Trassenverlauf.

Im innerstädtischen Umfeld bietet das Verfahren zusätzliche Vorteile: Der Einbau erfolgt erschütterungsarm und nahezu geräuschlos, offene Grabenlängen werden minimiert und Verkehrs- sowie Anwohnerbeeinträchtigungen deutlich reduziert. Durch die Wiederverwendung auch kontaminierter Böden entsteht zudem eine ressourcenschonende Lösung im Sinne moderner Kreislaufwirtschaft. So wurde eine technisch präzise und wirtschaftlich effiziente Umsetzung für den Ausbau urbaner Energieinfrastruktur erreicht.

Projektverlauf

Grabenaushub Fernwärme für Flüssigboden
Grabenaushub Fernwärme für Flüssigboden

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Herausforderungen

  • Innerstädtische Trasse mit sehr begrenztem Bauraum
  • Hohe Anwohnerdichte und sensible Umgebung
  • Kontaminierte Böden im Trassenbereich
  • Notwendigkeit schmaler Gräben und kurzer Bauzeiten
  • Anforderungen an lärmarme und erschütterungsfreie Bauweise
  • Hohe Beanspruchung der Fernwärmerohre (KMR-Systeme)
  • Geringe Überdeckungen und komplexe Trassengeometrien
Arbeiten am Dehner in ausgehobenen Graben vor Flüssigbodenverfüllung
Arbeiten am Dehner in ausgehobenen Graben vor Flüssigbodenverfüllung

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Die Lösung

  • Einsatz des Flüssigbodenverfahrens über die gesamte Trasse
  • Herstellung schmaler, abschnittsweiser Gräben im getakteten Bauablauf
  • Wiederverwendung des anstehenden, teilweise kontaminierten Bodens
  • Geräusch- und erschütterungsarmer Einbau ohne Verdichtung
  • Minimierung offener Grabenlängen
  • Gezielte Einstellung der Rohr-Boden-Interaktion
  • Dauerhaft stabile, setzungsarme Bettung und Ummantelung der Rohre
Auftriebssicherung gesetzt Trasse verfüllt mit Flüssigboden
Auftriebssicherung gesetzt Trasse verfüllt mit Flüssigboden

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Fachplanerische Lösung

  • Definition und Steuerung der Reibungs- und Schubparameter im System
  • Begrenzung der Rohrlängsdehnung bei gleichzeitiger Materialschonung
  • Vermeidung schädlicher Zwangsspannungen im Rohrsystem
  • Nutzung der bodenbedingten Kohäsion zur Stabilisierung
  • Ausbildung einer Gewölbewirkung im Verfüllmaterial
  • Reduzierung von Überdeckungen und Festpunkten
  • Minimierung oder Ersatz klassischer Bogenkonstruktionen
Setzen der Auftriebssicherung in Trasse e
Setzen der Auftriebssicherung in Trasse e

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FiFB-Lösungen

  • Entwicklung projektspezifischer Flüssigbodenrezepturen aus vorhandenem Boden
  • Einstellung von Kohäsion, E-Modul, Scherfestigkeit und Durchlässigkeit
  • Sicherstellung eines schwindungsfreien und setzungsarmen Verhaltens
  • Dauerhafte Sicherung definierter Reibkräfte entlang der Leitung
  • Qualitätssicherung durch Vorversuche und baubegleitende Kontrolle
  • Wiederverwertung kontaminierter Böden in Abstimmung mit den Behörden
Verfüllung mit Flüssigboden mit Verfüllkeil b
Verfüllung mit Flüssigboden mit Verfüllkeil b

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Flüssigboden-Anwendung

  • Innerstädtischer Leitungs- und Fernwärmebau
  • Trassen mit kontaminierten Böden
  • Projekte mit hohen Anforderungen an Anwohnerverträglichkeit
  • Bauvorhaben mit komplexer Rohrstatik und Geometrie
  • Ersatz klassischer Sand- und Kiesverfüllungen

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